Mediations-Beispiel

Regelung einer Betriebsnachfolge

Eine Brücke führt zwei Generationen wieder zusammen

Ein ****Sternehotel in Westösterreich wurde über Jahrzehnte von Vater und Mutter aufgebaut und mit Hilfe von Investitionskrediten ständig erweitert. Beide Töchter (eine unverheiratet, eine verheiratet mit Kindern) leisteten ihren wertvollen Beitrag. Die notwendige Übergabe an eine oder beide Töchter stand an.

In der Mediation wurden zunächst die jeweiligen persönlichen Ziele eruiert, vermeintliche und echte persönliche Verletzungen angesprochen, bzw. überhaupt erst bewusst gemacht. Ängste wurden definiert sowie volle Offenheit über die finanziellen Verhältnisse geschaffen.

Über allem stand die Persönlichkeit des Vaters, der lernen musste, dass vermeintliche Fehler der Töchter auch andere Ursachen haben konnten. Die Schwestern lernten in offenen und von der Mediatorin geleiteten Gesprächen, dass sachlich angebotene Hinweise des Vaters wichtig waren und keine Einmischung in ihre Kompetenzen bedeuteten. Es war nicht notwendig, immer gleich in Verteidigungsstellung zu gehen und damit jede sachliche Diskussion zu erschweren.

Schließlich mussten allen Seiten akzeptieren, dass die erträumte gemeinsame Führung beider Töchtern von diesen nicht erwünscht und daher unmöglich war.

Deshalb wurde vereinbart, dass die Tochter mit dem anderweitig tätigen Ehemann und den Kindern das Unternehmen auf sechs Monate ohne jegliche Einmischung von Vater und Mutter zur Probe führen sollte. Danach sollte sie entscheiden, ob sie den Betrieb übernehmen möchte.

Das Ergebnis der Probe stellte sich heraus, dass sich diese Tochter nicht in der Lage sah, das Unternehmen zu führen. Nach weiteren Gesprächen zur endgültigen Lösung hatte die andere Tochter mit vereinbarter, zurückhaltender Unterstützung des Vaters die Leitung übernommen. Die Schwester wurde mit finanzieller Hilfe der Eltern und nach den wirtschaftlichen Möglichkeiten des Betriebes ausbezahlt. Die Übergabe war damit nach langen Jahren der Unschlüssigkeiten und langwierigen familiären Diskussionen zu einem Ergebnis gekommen. Für alle Beteiligten war diese Lösung stimmig.

Es gibt dabei keinen wirklichen Verlierer, aber einen Sieger: den Betrieb. Dieser hatte nun eine Zukunft, konnte wieder wachsen und allen Mitarbeitern weiterhin deren Existenz sichern.

Die Grenzen der Mediation liegen in einem solchen Fall allerdings darin, dass in der Regel subjektive Erwartungen nie voll erfüllt werden können.  Hier geht es vor allem um jene, die finanziell abgelöst werden. Egal wie viel sie erhalten haben, es wird immer zu wenig erscheinen.

  zurück zur Mediation